Logistik-Zentrum: Stadt wiederholt Bürgerbeteiligung

Die „Rechtliche Ersatzveranstaltung“  im technischen Rathaus war diesmal „richtig“ eingeladen.“ Also richtig im Sinne von „formal richtig“ in einem Sonder-Amtsblatt veröffentlicht. Gut dass es da auch noch den einen Zeitungsartikel gab, der auf die Wiederholung der Bürgerbeteiligung aufmerksam machte, sonst hätte dieselbe unter Umständen völlig ohne Beteiligung von BürgerInnen stattgefunden.

So fanden sich doch einige BürgerInnen ein und die Verwaltung stand komplett gut vorbereitet für Informationen und Fragen zur Verfügung. Die Profis der Verwaltung von Oberhausen fordern seit Jahren für die verkehrsmäßige Erschließung der Gewerbegebiete im Bereich Weierstraße/Waldteichstraße einen eigenen Autobahnzubringer bei Land und Bund. Wie wir jetzt erfahren, eine Forderung, bei der mehr der Wunsch Vater des Gedankens ist. Auch die Oberhausener ExpertInnen können sich der Argumentation von Land und Bund nicht verschließen, dass aus professionell fachlicher Sicht eine Autobahnabfahrt zwischen dem Autobahnkreuz Oberhausen und der Abfahrt Holten wegen der übermäßigen Verflechtungen technisch gar nicht so einfach machbar wäre. Da ändert auch die geänderte Regierungszusammensetzung in Land und Bund nichts an den Antworten. Fragen nach Erhalt des Bodendenkmals, des Biotops, der Varianten der Verkehrsführung, des Verkehrsaufkommens, Lärmschutzwände, Bodenbelastung können weitgehend beantwortet werden. Ungeklärt bleiben die Antworten, die noch durch Umweltgutachten gegeben werden müssen. Nur so vieles ist sicher: das Gebiet, das bereits jetzt maximal durch die vorhandene Autobahn belastet ist, wird durch eine parallel dazu verlaufende Schwerlaststraße mit einem erhöhten Verkehrsaufkommen wegen der Erschließung der Gewebegebiete westlich wie östlich von der A 3 nicht lebenswerter. Auch wenn die Autobahn an sich eine „Luftleitbahn“ darstellt und besser durchlüftet ist als die Mülheimer Straße werden Lärm- und Feinstaub-Emissionen steigen. Da kann auch die geplante Ertüchtigung der Sportanlage Erlenstraße mit Kunstrasen, Volleyball- und Grillplatz nicht darüber hinwegtäuschen, dass das Gelände für den aktiven Sport nicht zu gebrauchen ist, geschweige denn, dass man dort in direkter Nachbarschaft wohnen sollte.

Die Verwaltung nimmt die Anregung der Bürgerliste mit, mit der Abteilung Sport in der Verwaltung über eine Verlagerung auch dieser Sportanlage nachzudenken, möglichst fußläufig zu dem jetzigen Gelände wegen der vielen Kinder, die den Platz nutzen, aber weit genug entfernt, dass die Emissionen die sportliche Aktivität nicht zu einem Gesundheitsrisiko werden lassen. Die endgültigen Ergebnisse der Verkehrs- und Umweltgutachten bleiben dann abzuwarten für ein Gebiet, das ehrlicherweise für den Aufenthalt von Menschen nicht mehr wirklich geeignet scheint. Es wäre nicht die erste Gewerbefläche deren Erschließung den Menschen vertreibt.

Die Pressemitteilung steht hier zum Herunterladen bereit.

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