Die Ausmaße übermäßiger Einnahme: Bürgerliste fordert Aufklärungsarbeit bei Antibiotika ein

Ein Thema, welches immer mal wieder hochkocht: Zu oft und leichtfertig verabreichen Ärztinnen und Ärzte Antibiotika an ihre Patienten. Da ist es gut, dass die Arzneimittelüberwachung und Sozialpharmazie (§20 ÖGDG NRW) eines der Pflichtfelder des kommunalen Gesundheitsamtes ist und der Arzneimittelverkehr auf örtlicher Ebene in den Zuständigkeitsbereich der unteren Gesundheitsbehörde fällt. „Doch hier müssen die kommunalen Verwaltungen endlich mal aktiv werden“, fordert Albert Karschti, Ratsherr und Mitglied der Bürgerliste Oberhausen. „Denn die Jahre gehen ins Land. Geändert hat sich aber derweil nichts“, verfolgt Karschti das Geschehen.

Wie viel Antibiotika ist zu viel? Die Bürgerliste Oberhausen fordert Transparenz und Aufklärung. Foto: www.pixabay.com

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt nun schon seit mehreren Jahren eindringlich vor übermäßiger Verwendung von Antibiotika – vor allem in der Herstellung von Lebensmitteln zur Entstehung von multiresistenten Keimen. Und die Deutsche Angestellten Kasse (DAK) befand bereits im Oktober 2014 fast 30 Prozent der Verordnungen von Antibiotikum als fragwürdig. Deshalb hat die Bürgerliste schon im März eine Anfrage an die Verwaltung gestellt:

  1. Wie hoch ist der Antibiotikaverbrauch (Surveillance) in den vergangenen zehn Jahren in Oberhausen?
  2. Wie wurde das überwacht? Statistische Aufstellung wurde erbeten.
  3. Wie und wo hat das Gesundheitsamt die Aufklärung, Information und Beratung der Bevölkerung durchgeführt?

„Bisher gab es dazu eher unzureichende Antworten“, weiß Karschti. Ein mögliches Zeichen, welches eine nicht ausreichende Würdigung des Gesundheitsthemas vermuten lasse. Hier ist nach Meinung des Ratsherrn aber nicht nur die Verwaltung bei der Aufklärungsarbeit gefragt. Auch die Ärzteschaft darf sich der Aufklärungsarbeit in der Medikation nicht entziehen. Denn ab dem 1. Juli gibt es dazu eine neue Vereinbarung, die sich die kassenärztliche Vereinigung auferlegt hat.

„Hier dürfen originären Aufgaben nicht aus den Augen verloren werden. Bürgerbeteiligung heißt auch Verantwortung für transparente Darstellung und Förderung der Meinungsbildung“, mahnt Karschti. Nicht zuletzt weil eine gute Informationspolitik die Grundlage schafft, dass Oberhausener BürgerInnen sensibler im Umgang mit Arzneimitteln werden, sondern auch dem Drogen- und Arzneimittelkonsum effektiv entgegenwirkt.

Die Pressemitteilung steht hier zum Herunterladen bereit.

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